Fechten heute
Viele Leute denken, beim Fechten handle es sich um eine elitäre Sportart. Was in der Vergangenheit zutreffend gewesen sein mag, als
sich noch Adlige und Offiziere untereinander duellierten, hat sich grundlegend gewandelt, so dass im modernen Sportfechten Menschen
aus allen Bereichen der Gesellschaft zu finden sind. Frei nach den drei Musketieren ist Fechten
ein Sport für alle.
Seit den ersten olympischen Spielen der Neuzeit von 1896 ist Fechten eine olympische Disziplin. Es gibt, mit Ausnahme des Olympiajahres,
jedes Jahr eine Fecht-Weltmeisterschaft, sowie einen Weltcup für den über den ganzen Globus verteilt Weltcupturniere
ausgetragen werden. Gefochten wird hierbei in den drei Waffen des Sportfechtens, dem Degen, dem Florett und dem Säbel.
Anfänglich war der Sport nur Männern vorbehalten und für Frauen wurden erst nach und nach Wettkämpfe in allen drei
Waffengattungen eingeführt, zuletzt im Säbel, so dass nun alle Geschlechter in der Wahl der Waffen gleichberechtigt sind.
Zeitgleich mit der Wiedereinführung der olympischen Spiele gab es auch die ersten Deutschen Meisterschaften im Fechten, die in Hannover
stattfanden. Derzeit sind die deutschen Fechter in 20 Landesverbänden organisiert in denen Landesranglistenturniere ausgetragen werden. Des weiteren gibt
es Qualifikationsturniere für die deutsche Rangliste, die bereits erwähnten deutschen Meisterschaften und mit dem Deutschlandpokal auch einen
großen, auf Breitensport ausgelegten, Mannschaftswettbewerb.
Fechten kann vieles sein, zum Beispiel Leistungssport, Spitzensport, Breitensport oder Freizeitsport. In jedem Fall ist es eine für
alle Altersklassen geeignete Sportart, die man auch in jedem Alter noch erlernen kann und die egal wie intensiv man sie betreibt vor allem
eines machen soll - Spaß.

Fechten ist, so traditionell er sein mag, auch ein technischer Sport. Die Fechter schließen sich an eine elektrische Meldeanlage an,
die für jede Waffe so konfiguriert werden kann, dass gültige von ungültigen Treffern unterschieden werden. Bei einem Wettkampf
wird das Gefecht dann von einem Obmann geleitet, der sich somit nicht mehr darauf zu konzentrieren braucht, ob ein Treffer gültig war,
sondern in erster Linie darauf, ob er berechtigt war, also im Falle dass beide Kontrahenten getroffen haben, wem der Treffer zugesprochen werden soll.
Der Hauptunterschied zwischen den Waffen besteht in der gültigen Trefferfläche. Beim Degen ist das der ganze Körper, beim Florett nur
der Rumpf (inklusive des Maskenlatzes) und beim Säbel ist es alles oberhalb der Gürtellinie. Einen etwas tieferen Einblick gewährt auf
dieser Seite der Punkt
Regelkunde. Im Grunde sind die Regeln des Fechtens nicht sonderlich kompliziert, auch wenn es für Außenstehende, bei
schnellgefochtenen Aktionen und vielen bunten Lichtern der Meldeanlage, oft so aussehen mag. Am besten man schaut mal in einen Fechtverein und lässt
sich das Fechten ein wenig näher erklären, oder beginnt es gleich selbst zu lernen. Die Fechtabteilung des MTV von 1817 freut sich auf ihren Besuch, egal ob
sie einfach nur reinschnuppern oder gleich mitmachen wollen.