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Ausrüstung

Ausrüstungsvorschriften des Deutschen Fechter-Bundes


Die komplette Ausrüstung umfasst:

Grundausrüstung:
  • Maske
  • Jacke
  • Hose
  • Handschuh
  • Plastron (=Unterziehweste)
  • Brustschutz (bei Mädchen)
  • Tiefenschutz (bei Jungs)
  • Fechtstrümpfe
  • Fechtschuhe
Technische, waffenspezifische Ausrüstung (Florett):
  • Waffe - Florett
  • Körperkabel
  • E-Weste
Maske und Handschuh als doch recht persönliche Gegenstände sind meist das erste, was sich ein Fechter anschafft, meist auch, weil sie als erstes im Training benötigt werden (z.B. wenn der Trainer Lektion gibt).

Die Maske sollte stets anprobiert werden und nicht wackeln beim Bewegen des Kopfes. Bei Kauf von gebrauchten Sachen, darauf achten, dass sie vor allem im vorderen Bereich überall verklebt ist und keine offenen Nähte hat und auch keine offensichtlichen Beulen im Gitter, außerdem darauf achten, dass sie das sog. Maskenband hat, das am Hinterkopf ansitzt und dafür sorgt, dass eine vielleicht doch zu große Maske beim Nachvornebeugen auf dem Kopf bleibt.
Grundsätzlich sollte die Maske F.I.E geprüft sein (Siegel auf dem Maskenbügel) und 1600 NW (das betrifft den Maskenlatz) haben. Damit hat sie nicht nur das höchste Maß, was sicherheitsmäßig auf dem Markt ist, sondern ist auch zulässig für Turnier. (Bei Schülern und B-Jugendlichen sind auch 350 NW erlaubt. Da eine Maske aber u.U. ein ganzes Fechterleben hält, sollte man die direkt so kaufen, dass sie auch später noch zulässig ist.)
Wahlweise gibt es gegen Aufpreis Masken mit herausnehmbarem Innenfutter, was ganz praktisch ist, weil man es dann mal waschen kann.
Weiterhin ist für viele Turniere der elektrische Maskenlatz im Florett verpflichtend geworden.

Handschuhe gibt es zu ganz verschiedenen Preisen in sehr verschiedenen Ausführungen. Grundsätzlich gilt, dass es ein ganz einfacher (also der billigste) Handschuh auch tut. Schnickschnack wie Gel-Polster oder angeblich anschmiegsamere Materialen braucht man gewiss am Anfang nicht. Mehr als der gewöhnliche Handschuh es kann, schützen einen auch irgendwelche teueren Ausführungen nicht. Wenn man bei der Wahl der Handschuhgröße unsicher ist, kann es helfen, eine Waffe in die Hand zu nehmen, wenn man den Handschuh anhat. Schließlich ist es die Waffe, die man mit der behandschuhten Hand halten soll. Wirft der Handschuh dabei zu viele Falten oder spannt er, andere Größe probieren.

Nachdem das angeschafft ist, sind die Jacke und die Waffe der nächste Schritt.

Die Jacke muss nicht perfekt passen, in diese kann man mit der Zeit auch ein bisschen reinwachsen. Zu eng sollte sie allerdings nie sein. Kann man gut ausprobieren, in dem man die Arme nach beiden Seiten ausstreckt.

Die Jacke sollte F.I.E. geprüft sein und 800 NW haben, bzw. 350 NW bei Schülern und B-Jugendlichen.

Ab dem 11. Lebensjahr ist man im Fechten ein B-Jugendlicher und ficht mit einer Waffe, die die Gr. 5 hat. Die Waffe sollte elektrisch sein, da man sie so sowohl im Training als auch auf Turnieren verwenden kann. Die Klinge sollte um für Turniere tauglich zu sein aus Maragingstahl bestehen und einen F.I.E Stempel haben.
Ob man nun eine SM-Klinge, eine FS-Klinge oder eine BF-Klinge kauft, ist letztlich egal. SM ist die billigste Variante, BF die teuerste. Die Kürzel sind lediglich Bezeichnungen der Hersteller. Die Klingen weisen zwar unterschiedliche Eigenschaften auf, SM sind meist sehr flexibel, BF Klingen weicher in der Biegung, aber das spielt am Anfang keine Rolle. Die Verkäufer lassen das einen gerne testen, aber es ist ein rein subjektives Empfinden des Fechters, welchen Stahl er bevorzugt und da man das beim ersten Florett noch nicht wirklich hat, einfach die Klinge des Herstellers nehmen, der einem preislich zusagt.
Der Griff der Waffe sollte die passende Größe haben. Hier empfiehlt sich, das mit angezogenem Handschuh auszuprobieren, da dieser die Finger breiter macht und so ein Griff der in der bloßen Hand super passt mit Handschuh vielleicht zu klein ist.

Dann kommt die Hose. Beim Anprobieren am besten auch mal einen Ausfall machen, um zu testen, ob man sich auch in dieser extremen Bewegung noch wohl fühlt. Eine eng anliegende Hose sieht sicher gut aus, aber wichtiger ist, dass man sich frei in ihr bewegen kann.
Hose auch 800 NW, bzw. 350 NW bei Schülern und B-Jugendlichen, und F.I.E-Prüfung.

Ein Plastron ist am Anfang nicht so wichtig. Es ist ein zusätzlicher Schutz, der fürs Turnier angezogen werden muss, aber fürs Training zunächst entbehrlich ist.
Plastron 800 NW und F.I.E.-Prüfung.

Brust- und Tiefenschutz: Mädchen tragen einen Brustschutz, dieses ist nach dem Reglement Pflicht. Brustschutz gibt es in der Variante von Schalen, die man in Innentaschen der Jacke steckt und in der Variante eines Vollbrustpanzers. Grundsätzlich empfiehlt sich der Brustpanzer, weil er die Stöße wesentlich besser abfängt, als die Schalen.

Jungs können einen Tiefenschutz (Suspensorium) tragen, sind aber nicht durch das Reglement dazu verpflichtet. Beim Florett ist es auch nicht wirklich erforderlich, da tiefe Treffer sehr selten sind.

Körperkabel und E-Weste sind natürlich nötig, um ein Turnier bestreiten zu können. Da gerade die Körperkabel anfällig für Schäden sind, lohnt es sich sicherlich zwei davon zu kaufen. Die Reparatur ist meist nicht aufwendig, aber auf Turnier bleibt dafür keine Zeit: ein defektes Kabel muss sofort getauscht werden. Gleiches gilt auch für ein defektes Florett, weswegen auf die Dauer auch hier die Anschaffung eines zweiten über kurz oder lang nicht ausbleiben kann.

Fechtstrümpfesind grundsätzlich auf Turnieren Pflicht, hier tut es allerdings jede Form von langen weißen Strümpfen, es müssen nicht speziell Fechtstrümpfe sein.

Fechtschuhe: Am Anfang sind alle anderen flachsohligen Turnschuhe genauso geeignet zum Fechten. Flachsohlig deswegen, weil es die korrekte Ausführung der Fechtbewegungen erleichert, gerade am Anfang, wo man noch lernt.
Viele Fechter empfinden es allerdings auf die Dauer als angenehmer in Fechtschuhen zu fechten, da diese dem Bewegungsablauf besser angepasst sind, als die meisten Turnschuhe.

Die aufgeführte Reihenfolge ist natürlich keineswegs die zwingende Kaufreihenfolge, sondern lediglich eine Empfehlung. Letztendlich braucht ein Fechter, der an Turnieren teilnehmen möchte, eine komplette, funktionierende Ausrüstung mit einem Ersatzkabel und einem Ersatzflorett (so vom Reglement verlangt).

Einige Dinge können im Verein geliehen werden, doch ist der Vorteil der eigenen Ausrüstung offensichtlich, da sie einem nicht nur besser passt, und auch nur von einem selbst vollgeschwitzt wird, sondern auch weil man sie selbst pflegt und sich über ihr Funktionieren dann meist sicher sein kann.

Fechten im MTV von 1817

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